Kuwait

Unternehmensgründung in Kuwait für ausländische Investoren: KDIPA-Lizenz nach Gesetz Nr. 116 von 2013, Negativliste und Bewertung der Anreize (2026)

18. Oktober 2026

Ein ausländisches Unternehmen, das in Kuwait Handel treiben will, hat drei rechtmäßige Wege: eine von der Kuwait Direct Investment Promotion Authority (KDIPA) nach Gesetz Nr. 116 von 2013 lizenzierte Einheit, eine kuwaitische Gesellschaft mit einem kuwaitischen Partner, der mindestens 51 Prozent hält, wie es Artikel 23 des Handelsgesetzbuchs (Gesetzesdekret Nr. 68 von 1980) verlangt, oder ein eingetragener Handelsvertreter nach Gesetz Nr. 13 von 2016. Nur der erste Weg erlaubt vollständiges ausländisches Eigentum ohne lokalen Sponsor, doch er ist eine Lizenz und keine bloße Registrierung: Die KDIPA bewertet das Projekt nach Punkten, wendet eine Negativliste an und knüpft Anreize an Zusagen des Investors. Dieser Beitrag erläutert Gesetz, Durchführungsverordnung und Beschlüsse, die ein KDIPA-Verfahren bestimmen, und zeigt, was wir prüfen, bevor ein Investor in Kuwait Kapital bindet.

Die drei Zugangswege und der rechtliche Ausgangspunkt

Die Grundregel steht in Artikel 23 des Handelsgesetzbuchs. Er untersagt einem Nichtkuwaiti den Handel, solange nicht eine Gesellschaft mit einem kuwaitischen Partner gegründet wird, der mindestens 51 Prozent des Kapitals hält. Artikel 24 in der Fassung des Gesetzes Nr. 1 von 2024, veröffentlicht am 21. Januar 2024, erlaubt einer ausländischen Gesellschaft, eine Zweigniederlassung zu eröffnen und ohne lokalen Agenten tätig zu werden. Praxishinweise aus Mitte 2026 berichten, dass die Durchführungsregeln noch ausgearbeitet wurden und der Weg in der Praxis noch nicht funktionierte; deshalb bauen wir Markteintrittspläne nicht darauf auf.

Der KDIPA-Weg ist die Ausnahme, auf die es ankommt. Artikel 14 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 bestimmt, dass eine KDIPA-Lizenz für Ausländer nicht dem Absatz 1 des Artikels 23 und nicht dem Artikel 24 des Handelsgesetzbuchs unterliegt. Ein lizenzierter Investor braucht also weder den kuwaitischen Partner noch den Agenten, und unser fester Rat lautet, zuerst die Lizenzfähigkeit zu prüfen.

Warum die 51-Prozent-Regel keine Regel des Gesellschaftsrechts ist

Investoren sagen oft, das Gesellschaftsgesetz (Gesetz Nr. 1 von 2016) verlange eine kuwaitische Mehrheit. Das trifft nicht zu; die Zahl stammt aus Artikel 23 des Handelsgesetzbuchs. Der Unterschied ist wichtig, weil die KDIPA-Lizenz die Beschränkung des Handelsgesetzbuchs aufhebt und Artikel 12 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 der lizenzierten Gesellschaft dann jede im Gesellschaftsgesetz vorgesehene Rechtsform mit einer ausländischen Beteiligung von bis zu 100 Prozent des Kapitals erlaubt.

Für den Golfraum gilt eine eigene Ausnahme. Nach den Ministerialbeschlüssen Nr. 141 von 2002 und Nr. 237 von 2011 dürfen Bürger der GCC-Staaten und Gesellschaften in ihrem vollständigen Besitz mehr als 51 Prozent einer kuwaitischen Gesellschaft halten oder eine Zweigniederlassung eröffnen. Für die Zweigniederlassung nennen die veröffentlichten Bedingungen, dass die GCC-Einheit seit mindestens drei Jahren besteht und ihre Tätigkeit in Kuwait von ihren lizenzierten Tätigkeiten gedeckt ist.

Gesellschaftsformen, auf die sich eine KDIPA-Lizenz beziehen kann

Artikel 12 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 und Artikel 8 der Durchführungsverordnung (Ministerialbeschluss Nr. 502 von 2014) nennen drei lizenzierbare Formen. Die erste ist eine kuwaitische Gesellschaft in jeder Form des Gesellschaftsgesetzes; die Verordnung erlaubt ausdrücklich, dass ein ausländischer Investor 100 Prozent einer Aktiengesellschaft, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder einer Einpersonengesellschaft hält. Die zweite ist die Zweigniederlassung einer ausländischen Gesellschaft, deren Lizenzregeln im Ministerialbeschluss Nr. 394 von 2019 stehen. Die dritte ist ein Repräsentanzbüro.

Das Repräsentanzbüro ist bewusst eng gefasst. Artikel 12 Nummer 3 des Gesetzes und Artikel 16 der Verordnung beschränken es auf Markt- und Produktionsstudien, ohne Handelstätigkeit und ohne Handelsvertretung; der Ministerialbeschluss Nr. 393 von 2019 regelt die Lizenzkontrollen. Für die meisten operativen Unternehmen ist eine GmbH oder Einpersonengesellschaft das praktische Gefäß, denn sie trennt die Haftung und kann von der KDIPA schon am ersten Tag lizenziert werden.

Die Negativliste ausgeschlossener Investitionen

Artikel 11 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 verpflichtet den Ministerrat, eine Liste der vom Gesetz ausgenommenen Direktinvestitionen zu führen. Der Beschluss des Ministerrats Nr. 75 von 2015, der auf der ISIC-Klassifikation Revision 4 beruht, schließt zehn Gruppen aus: Förderung von Rohöl, Förderung von Erdgas, Herstellung von Kokereierzeugnissen, Herstellung von Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Gaserzeugung und Verteilung gasförmiger Brennstoffe über Rohrleitungen, Immobilien mit Ausnahme privat betriebener Bauentwicklungsprojekte, Sicherheits- und Ermittlungstätigkeiten, öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Pflichtsozialversicherung, Tätigkeiten von Mitgliederorganisationen sowie die Überlassung von Arbeitskräften einschließlich Hauspersonal.

Diese Liste ist der erste Test jedes Verfahrens. Eine Tätigkeit, die unter eine dieser Überschriften fällt, kann die KDIPA nicht lizenzieren, gleich wie gut der Businessplan ist, und der Investor ist wieder bei den Regeln des Handelsgesetzbuchs. Nach Artikel 2 des Beschlusses kann die KDIPA die Bezeichnungen aktualisieren und Änderungen vorschlagen, deshalb prüfen wir die Liste bei der Antragstellung erneut.

Der Lizenzantrag: Unterlagen, Fristen und Rechtsbehelf

Artikel 14 der Durchführungsverordnung verlangt bei jedem Antrag auf Gründung einer kuwaitischen Gesellschaft eine Vorstudie. Sie umfasst Tätigkeit, Rechtsform, Investitionsvolumen, Finanzierung, Auswirkungen, Erfahrung des Investors und Ressourcenbedarf. Eine Zweigniederlassung braucht dieselbe Studie, dazu beglaubigte Gründungsurkunden, die letzte geprüfte Bilanz und eine Bestandsbescheinigung nach Artikel 15. Artikel 13 verlangt einen Zeitplan für den Beginn der Umsetzung und des Betriebs.

Artikel 15 des Gesetzes und Artikel 17 der Verordnung geben der KDIPA dreißig Tage für die Entscheidung ab Vollständigkeit der Unterlagen. Artikel 16 verlangt eine begründete schriftliche Ablehnung und erlaubt einen Widerspruch; Schweigen dreißig Tage nach dem Widerspruch gilt als Zurückweisung. Die Artikel 35 und 36 der Verordnung leiten Beschwerden innerhalb von dreißig Tagen nach Kenntnis an einen Ausschuss. Die One-Stop-Stelle nach Artikel 17 des Gesetzes holt die für die Gründung nötigen Behördenmitarbeiter in die KDIPA, und der Investor kann nach Artikel 5 der Verordnung ein von der KDIPA zugelassenes Beratungsunternehmen mit der Antragstellung beauftragen.

Wie die KDIPA ein Projekt bewertet (Artikel 29 und Beschluss Nr. 329 von 2019)

Artikel 29 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 knüpft Wert, Art und Dauer der Anreize an Kriterien wie Technologietransfer, Qualität der Produkte und Dienstleistungen, Bedarf des lokalen und des Golfmarkts, Exporte, Arbeitsplätze und Ausbildung für Staatsangehörige, regionale Entwicklung, Umweltwirkung, Leistungen für die Gemeinschaft und Nutzung nationaler Produkte und Fachleistungen. Beschluss Nr. 329 von 2019 macht daraus ein Punktesystem mit fünf Kategorien und fünfzehn Unterkriterien: Technologietransfer, Humankapital, Marktentwicklung, wirtschaftliche Diversifizierung und nachhaltige Entwicklung.

Die Ergebnisbänder legt der Beschluss fest. Unter 30 Prozent, das sind vier Punkte, wird der Antrag abgelehnt. Bei 30 bis 55 Prozent, fünf bis acht Punkte, gibt es allein die Lizenz. Bei 60 bis 80 Prozent, neun bis zwölf Punkte, gibt es die Lizenz und einen vom Investor gewählten Anreiz. Bei 85 bis 100 Prozent, dreizehn bis fünfzehn Punkte, gibt es die Lizenz und alle im Gesetz vorgesehenen Anreize. Deshalb entwerfen wir den Businessplan von Anfang an entlang der fünfzehn Unterkriterien, denn jede darin enthaltene Zusage wird zu einer Pflicht, die die KDIPA später überwacht.

Steuer-, Zoll-, Flächen- und Arbeitskräfteanreize (Artikel 27)

Artikel 27 des Gesetzes nennt, was ein lizenzierter Investor ganz oder teilweise erhalten kann: eine Einkommensteuerbefreiung von bis zu zehn Jahren ab tatsächlichem Betriebsbeginn, eine entsprechende Befreiung für Erweiterungen, volle oder teilweise Zollbefreiung für Maschinen, Ersatzteile, Rohstoffe und Verpackung vorbehaltlich des GCC-Zollkodex (Gesetz Nr. 10 von 2003), die Nutzung von Flächen unter Verwaltung der KDIPA sowie die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte nach den Regeln des Ministerrats zum Mindestanteil nationaler Beschäftigung. Zollfrei eingeführte Waren dürfen fünf Jahre lang nicht veräußert oder anders verwendet werden, ohne den Zoll nachzuzahlen.

Die Verordnung ergänzt die praktischen Einzelheiten. Artikel 20 begrenzt die Anreize auf die von der KDIPA genehmigte Tätigkeit, und Artikel 21 berechnet die Befreiungsdauer je Tätigkeit mit getrennten Büchern. Nach Artikel 24 stellt die KDIPA die Bescheinigung über die Steuerbefreiung binnen fünfzehn Tagen nach Meldung des tatsächlichen Betriebs aus, und die Bescheinigung bindet die Steuerbehörden. Beschluss Nr. 388 von 2024 ergänzt, dass ein bereits tätiges Unternehmen die Anreize nach mindestens einem Betriebsjahr beantragen kann, dass die Befreiung ab dem Datum dieses Antrags läuft und dass sie weder laufende Verträge noch früher abgegebene Angebote erfasst.

Steuern außerhalb des Anreizpakets

In Kuwait gibt es praktisch keine Einkommensteuer für natürliche Personen, juristische Personen werden aber besteuert. Das Dekret Nr. 3 von 1955 erhebt einen einheitlichen Satz von 15 Prozent auf den in Kuwait erzielten Nettogewinn einer juristischen Person, und die Steuerverwaltung blickt auch auf ausländische Körperschaften als Gesellschafter kuwaitischer Gesellschaften durch. Das Gesetzesdekret Nr. 157 von 2024 führt eine Steuer von 15 Prozent für multinationale Gruppen mit einem Jahresumsatz ab 750 Millionen Euro ein; ein ihm unterliegendes Unternehmen fällt aus dem Dekret von 1955 heraus. Aktiengesellschaften tragen zusätzliche Abgaben wie die Zakat, die für eine GmbH nicht gelten.

Öffentliche Stellen und private Unternehmen müssen der Einkommensteuerverwaltung Verträge melden und 5 Prozent der Zahlungen einbehalten, bis die Gegenseite eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegt; das ist ein Sicherungsmechanismus und keine Quellensteuer. Eine Mehrwertsteuer hat Kuwait noch nicht eingeführt, obwohl es das GCC-Rahmenabkommen unterzeichnet hat.

Gründung der Gesellschaft: GmbH und Einpersonengesellschaft

Die meisten ausländischen Investoren nutzen eine GmbH oder eine Einpersonengesellschaft nach Gesetz Nr. 1 von 2016. Die GmbH braucht zwischen zwei und fünfzig Gesellschafter; die Einpersonengesellschaft hat einen Inhaber, der für ihre Schulden nur haftet, wenn er sie bösgläubig auflöst oder ihr Vermögen mit seinem eigenen vermischt. Artikel 97 in der ersetzten Fassung verlangt, dass die Bareinlagen vor der Gründung vollständig gezeichnet sind, und Artikel 105 macht die Geschäftsführer gegenüber Gesellschaft, Gesellschaftern und Dritten gesamtschuldnerisch haftbar für Verstöße gegen Gesetz oder Satzung.

Die praktischen Schritte laufen über das Ministerium für Handel und Industrie. Der wirtschaftlich Berechtigte wird nach Beschluss Nr. 4 von 2023 mit einem Schwellenwert von 25 Prozent an Eigentum oder Kontrolle bestimmt, dann wird der Name genehmigt, das Innenministerium prüft Gesellschafter und Geschäftsführer, der Gesellschaftsvertrag wird vor dem Notar unterzeichnet, der Handelsregistereintrag ergeht, und nach Anmietung der Räume folgt die Gewerbelizenz.

Pflichten nach Erteilung der Lizenz

Artikel 34 des Gesetzes verpflichtet den lizenzierten Investor, die KDIPA binnen dreißig Tagen schriftlich über den Beginn der Vorbereitungsschritte, deren Abschluss und den tatsächlichen Betriebsbeginn zu informieren, nach Artikel 18 geprüfte Bücher zu führen, Steuererklärungen abzugeben und der KDIPA die verlangten Auskünfte und den Zutritt zu den Standorten zu gewähren. Artikel 18 der Verordnung verlangt die für den Umsetzungsbeginn nötigen Genehmigungen binnen eines Jahres nach der Lizenz; der Generaldirektor kann um bis zu ein weiteres Jahr verlängern. Nach Artikel 32 erlischt die Lizenz kraft Gesetzes, wenn das Unternehmen seine Tätigkeit länger als ein Jahr einstellt oder länger als ein Jahr verspätet beginnt, ohne anerkennenswerten Grund.

Dasselbe Gesetz schützt auch den Investor. Artikel 19 verbietet die Enteignung außer im öffentlichen Interesse und gegen eine Entschädigung in Höhe des tatsächlichen wirtschaftlichen Werts, Artikel 22 garantiert den Transfer von Gewinnen, Kapital und Veräußerungserlösen ins Ausland, Artikel 20 erlaubt die Übertragung der Einheit auf einen ausländischen oder kuwaitischen Investor, wobei der Erwerber in Rechte und Pflichten eintritt, und Artikel 26 weist die ausschließliche Zuständigkeit den kuwaitischen Gerichten zu, lässt aber ein Schiedsverfahren durch Vereinbarung zu.

Der dritte Weg: Handelsvertreter nach Gesetz Nr. 13 von 2016

Ein ausländisches Unternehmen, das keine eigene Einheit will, kann einen registrierten Vertreter bestellen. Artikel 1 des Gesetzes Nr. 13 von 2016 definiert die Agentur, Artikel 3 legt den zwingenden Vertragsinhalt fest, und der Ministerialbeschluss Nr. 565 von 2017 enthält die Durchführungsverordnung. Der Vertreter muss nach Artikel 23 des Handelsgesetzbuchs Kuwaiti oder eine Gesellschaft mit mindestens 51 Prozent kuwaitischer Beteiligung sein, der Vertrag muss nach Artikel 274 schriftlich sein und beim Ministerium für Handel und Industrie registriert werden; Artikel 14 verlangt, dass jede Änderung der Agenturdaten innerhalb von drei Monaten im Register vermerkt wird.

Der Agenturvertrag ist das entscheidende Dokument. Nach den Artikeln 5 und 10 des Agenturgesetzes dauern die Kundendienstpflichten des Vertreters bis zum früheren von sechs Monaten nach Beendigung oder der Bestellung eines neuen Vertreters fort. Artikel 275 des Handelsgesetzbuchs verlangt eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren, wenn der Vertreter Ausstellungsräume, Lager oder Serviceeinrichtungen errichten muss; ein Auftraggeber, der ohne Verschulden des Vertreters kündigt oder nicht verlängert, schuldet nach den Vorschriften über die Vertragsagentur in den Artikeln 260 bis 296 eine Entschädigung. Ein Vertriebshändler wird nach Artikel 286 wie ein Vertragsvertreter behandelt.

Was wir vor einer Einreichung in Kuwait prüfen

Wenn wir eine Einreichung in Kuwait prüfen, testen wir die Tätigkeit gegen die zehn Gruppen der Negativliste und ihren Klassifikationscode, erfassen die gesamte Eigentümerkette einschließlich eines etwaigen GCC-Elements und des wirtschaftlich Berechtigten und entscheiden zwischen GmbH, Einpersonengesellschaft, Zweigniederlassung und Agentur. Dann entwerfen wir den Businessplan entlang der fünfzehn Unterkriterien, gleichen den Anreizantrag mit Beschluss Nr. 388 von 2024 und bestehenden Verträgen ab, prüfen Räume, Personal und Steuererklärungen und bereiten Gesellschafter- und Agenturdokumente vor, damit Lizenz, Gesellschaft und Handelsverträge dieselbe Geschichte erzählen.

Weitere Informationen finden Sie hier: Handelsschiedsverfahren in Kuwait und rechtliche Due Diligence bei M&A in Kuwait, sowie unsere Leitfäden zu Forderungseinzug für Unternehmen in Kuwait und zum Golf-Vergleich zur Unternehmensgründung.

Häufige Fragen

Darf ein ausländischer Investor 100 Prozent einer Gesellschaft in Kuwait halten?

Ja, mit einer KDIPA-Lizenz. Artikel 12 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 und Artikel 8 des Ministerialbeschlusses Nr. 502 von 2014 erlauben 100 Prozent ausländisches Eigentum an einer Aktiengesellschaft, GmbH oder Einpersonengesellschaft, sofern die Tätigkeit nicht auf der Negativliste des Beschlusses Nr. 75 von 2015 steht.

Ist eine KDIPA-Lizenz für ausländische Investoren Pflicht?

Nein. Sie ist eine Alternative zum Weg des Handelsgesetzbuchs. Ohne sie verlangt Artikel 23 des Handelsgesetzbuchs einen kuwaitischen Partner mit mindestens 51 Prozent oder einen Vertreter nach Gesetz Nr. 13 von 2016, und ein GCC-Investor kann die Ausnahme der Ministerialbeschlüsse Nr. 141 von 2002 und Nr. 237 von 2011 nutzen.

Welche Tätigkeiten sind von der KDIPA-Lizenz ausgeschlossen?

Zehn Gruppen im Beschluss des Ministerrats Nr. 75 von 2015, darunter Förderung von Rohöl und Erdgas, Düngemittel, Immobilien außer privater Bauentwicklung, Sicherheit und Ermittlung, öffentliche Verwaltung und Verteidigung, Mitgliederorganisationen und Arbeitskräfteüberlassung. Grenzfälle entscheidet der Klassifikationscode.

Wie lange braucht die KDIPA für die Entscheidung?

Artikel 15 des Gesetzes Nr. 116 von 2013 und Artikel 17 der Verordnung geben dreißig Tage ab vollständigen Unterlagen. Die Frist beginnt erst, wenn alle Unterlagen vorliegen; unvollständige oder nicht beglaubigte Gründungsdokumente sind die übliche Ursache für Verzögerungen.

Sind die Anreize nach Erteilung der Lizenz automatisch?

Nein. Nach Beschluss Nr. 329 von 2019 entscheidet das Ergebnis, ob der Investor nur die Lizenz, die Lizenz mit einem Anreiz oder die Lizenz mit allen Anreizen erhält. Artikel 27 des Gesetzes begrenzt die Einkommensteuerbefreiung auf höchstens zehn Jahre ab tatsächlichem Betrieb.

Kann eine ausländische Gesellschaft ohne kuwaitischen Agenten eine Zweigniederlassung eröffnen?

Das Gesetz Nr. 1 von 2024 hat Artikel 24 des Handelsgesetzbuchs dafür geändert, doch Praxishinweise aus Mitte 2026 berichten, dass die Durchführungsregeln nicht erlassen waren. Verlässlich bleibt die von der KDIPA nach Ministerialbeschluss Nr. 394 von 2019 lizenzierte Zweigniederlassung.

Welche Steuer zahlt die kuwaitische Gesellschaft?

Das Dekret Nr. 3 von 1955 erhebt 15 Prozent auf den Nettogewinn juristischer Personen, vorbehaltlich einer KDIPA-Befreiung, und das Gesetzesdekret Nr. 157 von 2024 erhebt stattdessen 15 Prozent auf sehr große multinationale Gruppen. Eine Mehrwertsteuer gab es in Kuwait Mitte 2026 nicht.

Können Sie das gesamte Verfahren in Kuwait übernehmen?

Ja. Unser Büro in Kuwait prüft den Weg, erstellt Businessplan und KDIPA-Antrag, gründet die Gesellschaft und entwirft die Gesellschafter- und Agenturdokumente. Kontaktieren Sie uns über die Kontaktseite; wir prüfen Ihre Tätigkeit zuerst gegen die Negativliste.

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